Isabel Varell x Meryl Deep Talk

Shownotes

Alle Infos zu Isabels Tour findest du hier:

https://isabel-varell.de/termine.html

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00:00:01: Welchen Satz ich gar nicht gut finde, man darf ja nichts mehr

00:00:05: sagen.

00:00:05: Nee genau!

00:00:06: Da kriege ich auch die Krise und kräuseln sich bei einer Eierstöcke wirklich vor lauter Ärger weil ich mir einfach sage gerade heute kannst du alles sagen aber denke verdammt nur mal drüber nach wie man das sagt.

00:00:20: Ich finde älter werden ist ein solcher Luxus und so ein Geschenk Und dass Älterwerden ist einfach ein geiler Scheiß Finde ich.

00:00:29: Es ist ... Warum wird das so schlecht gemacht?

00:00:33: Warum wollen wir äußerlich eine andere Zeit festhalten, warum?

00:00:39: Ich bin ja ein Abgrund gestürzt.

00:00:41: Also emotional existenziell, völlig neu anfangen und es gab eine gute Sache bei der ganzen Geschichte.

00:00:50: Ich war noch jung!

00:00:51: Ich war etwas jünger als du jetzt und dann kann man die Ärmel hochkrempeln und sagen Du hast da noch alle Kraft der Welt Und machst einfach weiter.

00:01:06: Hi und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Meryl Deep Talk.

00:01:11: Du kennst das schon, dass es dein Podcast für gute Gespräche mit spannenden Persönlichkeiten heute bei mir zu Gast.

00:01:17: eine Frau die sich wirklich in keine Schublade packen lässt – und das finde ich natürlich umso spannender!

00:01:23: Die hat ein vielseitiges Karriereleben was so groß ist, dass ich mal gespannt bin wo wir über landen werden.

00:01:30: Zuletzt stand sie auf der Bühne im Freien.

00:01:32: vor bis zu siebentausend Fünfhundert Zuschauenden geht's auch schon direkt weiter mit ihrem Bühnenprogramm und darüber möchte ich auch einiges erfahren.

00:01:40: Und natürlich auch ein bisschen das Tiefgründige dahinter, denn in jedem Leben das weißt du gibt es Höhen- und Tiefen!

00:01:47: Ich bin gespannt und freue mich sehr dass ihr heute hier ist Isabel Varell.

00:01:51: Hallo Meryl finde ich total schön wie du angefangen hast.

00:01:54: Ach guck mal da habe ich schon gewonnen Hundert

00:01:56: Punkte.

00:01:56: Ja, das ist sehr schön.

00:01:58: ja ich freu mich dass ich für dich ein spannender Gast dass du das denkst, also dann muss ich jetzt alles geben.

00:02:04: Du

00:02:05: musst da jetzt liefern?

00:02:08: Ja!

00:02:09: Ich freue mich, dass du da bist.

00:02:11: Sag mal, ich würde gerne genau da anfangen bei dem was ich gerade in der Anmoderation gesagt habe und zwar standst du bis vor vier Wochen noch als Seniorita Miranda, so muss ich das ja aussprechen über dem Kaltberg.

00:02:24: Das ist vorbei.

00:02:25: Du hast zuletzt gesagt danach werde ich erstmal in tiefes Loch fallen Bist du?

00:02:29: Ach, das war wirklich schwer darauf zu hören.

00:02:32: Also das war tränendreich, ich hab ja schon viel erlebt und ich kenne auch diese Löcher in die man fällt nach so ganz tollen Turnänen oder Theaterperioden wo man eben nicht solistisch arbeitet sondern wo du Teil eines Teams bist.

00:02:46: es ist ja so schön dass man dann sowas familiäres mal erlebt.

00:02:50: Ich finde das toll dass ich so Phasen habe zwischen wo ich eben nicht so listisch bin Und wo man gemeinsam an einem Erfolg arbeitet Gemeinsam alles teilt.

00:03:00: Dieses Mal war das das Schlimmste, was ich hier erlebt habe.

00:03:02: Weil es so schön war!

00:03:03: Es war so intensiv und wir hatten uns alle so lieb Und wir haben auch immer noch viel Kontakt.

00:03:09: Wir haben eine WhatsApp-Gruppe wo so viel Traffic ist.

00:03:13: Das war so schwer.

00:03:14: Ich hab' auch richtig fast einen Weinkrampf gehabt als ich mich von meinem Pferd verabschiedet habe.

00:03:19: Da konnte ich schon wieder losrollen Von Meloso weil der einfach so ein zuverlässiger Kumpel war.

00:03:26: Und meine Kolleginnen und Kollegen, das war einfach unfassbar.

00:03:30: Wir waren ja ein Team von, weiß ich nicht, sechzig-achtzig Leuten, dreißigvierzig Komparsinnen und Kompasen... ...und auch da waren so Menschen dabei die einem so nahe gekommen sind ins Herz rein.

00:03:44: Das ist einfach Wahnsinn!

00:03:46: Es ist mit nichts zu beschreiben.

00:03:48: Ich hatte nur nicht viel Zeit für einen Loch und das war das Blöde dieses Mal dass sich danach Du musst es direkt weitergehen.

00:03:55: Ich musste ja sowieso schon für Karl-Mai viele Tourtermine so verschieben und dann ... Ja, wollten wir halt nicht noch mehr verschieben?

00:04:04: Und dann bin ich am siebten September von Batzegeberg zurück nach Köln gefahren mit drei Koffern und vielen, vielen Tüten und Taschen.

00:04:13: Und drei Tage später ging's wieder auf Tour!

00:04:17: Da musste ich ganz schnell raus aus dem Rolloch krabbeln.

00:04:20: Genau das hatte ich mich gefragt, weil eigentlich ist es ja irgendwie auch Teil unseres Berufs.

00:04:24: Es gibt immer Höhen und Tiefen wenn wir auf der Bühne sind, wenn wir engagiert sind, sind Höhepunkte danach kommen oft erst mal tief oder kurze Lehrzeiten und dann geht's halt oft in Löcher aber es ging ja direkt weiter.

00:04:35: Schont dich das vor einem Loch?

00:04:38: Oder ist es eher eigentlich muss funktionieren?

00:04:39: Aber ich würde mir gerne die Zeit nehmen, das jetzt auch zu verarbeiten.

00:04:43: Das ist eine gute Frage aber eigentlich ist es besser wenn man durch dieses Loch durchgeht.

00:04:48: Also mir hat einfach die Zeit gefehlt so loszulassen und einfach wirklich einmal zu Hause sitzen und für mich alleine loszuheulen also über dieses Glück was man erlebt hat.

00:04:59: Das is ja nur weil dass einfach alles so toll war.

00:05:03: Das ist zwar eine schöne Gedanke, diese Frage von dir.

00:05:07: Aber heute mit meiner heutigen Erfahrung und Reife würde ich sagen es ist besser durch das Loch zu wartscheln und die Zeit loslassen haben Und diese Dankbarkeit zu haben, was man da alles erlebt hat.

00:05:27: Weil das wird ja, finde ich mit dem Alter werden immer intensiver.

00:05:30: Früher haben die Leute einem gesagt, ah, kriegst du auch mal ein dickes Fell?

00:05:33: Ich hab keine Ahnung, wovon die geredet haben.

00:05:36: Hast du das denn auch so Löcher mal nach besonders intensiven tollen Zeiten?

00:05:41: Ja,

00:05:42: definitiv!

00:05:43: Aber ich wünschte mir im Gegensatz zu dir, sie wär nicht da.

00:05:46: Also natürlich ... Ich mein jetzt sitzen wir hier im Spätsommer, im Herbst irgendwie.

00:05:51: Ich komme gerade von der Wiesenzeit.

00:05:53: das war eines meiner größten Highlights der Karriere bei Heidi Klum beim Heidi-Fest dabei zu sein.

00:05:58: Das war...

00:06:00: Da müsstest du mich in deinem Podcast

00:06:02: einladen!

00:06:03: Soll ich um dich gehen?

00:06:04: Ich hab gedacht, ich drehe das ja immer ein bisschen um.

00:06:06: Ja, ich merke

00:06:06: das schon.

00:06:07: meine Gäste versuchen gerne zu lenken und so weiter.

00:06:10: Es war auf jeden Fall Wahnsinnig intensiv.

00:06:13: Ich habe die letzten zwei Wochen davor kaum noch geschlafen vor Aufregung, als es dann soweit war... War das

00:06:17: denn zum ersten Mal, dass du halt die Kluben getroffen hast?

00:06:19: Ja!

00:06:20: Und da war das aufregend?

00:06:22: Sehr!

00:06:23: Vor allem weil ich sie interviewn durfte was nicht geplant war.

00:06:26: Und wenn du dann auf einmal so eine Größe vor dir stehen hast, ist schon anders.

00:06:31: Die ganze Energie hat sich verändert.

00:06:32: Ist ihr nett?

00:06:33: Super

00:06:34: nett!

00:06:34: Sehr nabber, total sympathisch.

00:06:36: Fand ich ganz, ganz nett.

00:06:38: Sag mal angenommen es hätte Zeit gegeben für ein Loch.

00:06:41: Wie lange dauert sowas bei dir?

00:06:43: Ah, das kann man so gar nicht sagen.

00:06:46: Ich bin gefühlt immer noch am Herzen in Bad Segeberg, ne?

00:06:50: Das ist ja jetzt schon einige Wochen her aber es ... Man isst einfach noch da und der Algorithmus ploppt natürlich, spielt.

00:06:59: mir dauern das alles immer noch zu.

00:07:01: Und meine Kollegin Ines Cial die auch richtig eine Freundin geworden ist Die hat jetzt schon Premiere mit mal anderen Stück irgendwo in Österreich.

00:07:12: Ja, dann denk ich mal, da kriegst du Sehnsuchtsschübe.

00:07:16: Aber ich bin jetzt zum Beispiel immer nächste Woche ... Da gehe ich zur Tatsache und gucke die allerletzte Tatsachen schon mit Alexander Klafs.

00:07:24: Da werde ich auch ein paar Kolleginnen und Kollegen treffen.

00:07:27: Ach ja?

00:07:27: Es ist eine unvergessliche Zeit!

00:07:29: Also ich bin nicht mehr im Loch.

00:07:31: Und ich sage mir heute halt einfach auch... Deswegen finde ich das Loch heute gutes zuzulassen, besser als ich das früher dachte.

00:07:40: Weil früher hab' ich ja wirklich ... da war ich wie krank!

00:07:43: War ich richtig krank?

00:07:44: Also Trennungskrank wenn ich so Leute in meinem Herzen hatte die dann... Von heute auf morgen nicht mehr zu sehen.

00:07:52: Ja, ja ... Die sind jeden Tag dieses Spaßige und so.

00:07:54: Wir waren jeden Tag elf Stunden zusammen.

00:07:57: Es geht

00:07:57: von hundert auf null, ja!

00:07:58: Und

00:07:58: so groß die Arena ist, so klein ist das Backstage.

00:08:01: Also bis damit, vierundzwanzig Pferden und diesen vielen Menschen im engen Raum da und kackt hier irgendein Pferd vor die Füße.

00:08:10: Das ist ... Das war unvergleichlich und irgendwie genieße ich das heute eher, dass ich ein Loch habe.

00:08:17: Weil ich eben sage es ist weil es so unfassbar schön war!

00:08:21: Definitiv, natürlich.

00:08:23: Das ist ganz klar.

00:08:24: und ich sehe auch wenn du, ich meine du sagst, seventy-two Shows ne?

00:08:28: Und das ging ja dann von dreihundert Prozent auf null!

00:08:30: Das ist ein harte Aufprall definitiv.

00:08:32: Sag mal noch ganz kurz aber weil du nicht gesagt hast wie lange so was dauert wahrscheinlich variiert es auch.

00:08:36: Aber nur damit wir einen Gefühl haben reden wir über eine Woche über ein Monat irgendwas dazwischen.

00:08:42: Also früher war da wirklich so einige Wochen bis man so da rauskam.

00:08:49: Und heute kann ich das gar nicht so sagen, weil ich musste ja sofort wieder funktionieren und habe auch wieder richtig Freude dran mit meinem Programm auf der Bühne zu stehen.

00:08:58: aber wie gesagt es ist noch so Trennungsschmerz da.

00:09:01: Ich

00:09:01: kann keine Zeit sagen!

00:09:04: Zu dem Programm kommen wir definitiv noch.

00:09:06: Es ist interessant, weil du mit deiner Erfahrung sagst ja ganz klar das ist wichtig, dass zu durchfühlen und ich habe den Eindruck, wir leben aber in einer Zeit wo viele Menschen ein Event ums nächste jagen und da is gar keine Zeit zum fühlen sondern du bist heute hier morgen da und dann es passiert die ganze Zeit was?

00:09:22: Aber wir fühlen nicht mehr!

00:09:24: Wir sind nur vor Ort, aber da kommt schon's Nächste.

00:09:27: Ja, also es ist halt die Frage was du mit Events meinst.

00:09:30: Also wenn ich meinen mit meinem Programm auf Tour bin das sind ja keine Events sondern ich bin in Theater und mache ein sehr persönliches sehr intimes Programm mit einem Musiker oder einer Musikerin.

00:09:41: Und dass Theater spielen Das ist wieder etwas ganz anderes für mich auch kein Event.

00:09:46: Also das heißt Die Events die Du wahrscheinlich zu meins verspielst jetzt auch was du mithal die Klummen erlebt hast Auf den auf dem Oktoberfest Ganz anderes, weil man da von so viel Fremden umgeben ist.

00:10:01: Man wahrscheinlich auch mal, ich empfinde dann immer so Druck auf solchen Events.

00:10:05: Dass ich womöglich sehe jemanden zu größten den ich kenne.

00:10:09: aber ich merke einfach manchmal ist man die Disketter einfach voll.

00:10:13: Tilt ist dann einfach

00:10:15: und

00:10:16: da ist dann so ein Druck auch da und ich habe das auch schon erlebt dass nach Stunden Leute auf einen zukommen ach du grüßt will auch nicht mehr jeden wo ihr denkt hey ich weiß gar nicht wo ich zuerst hingucken soll.

00:10:29: Du bist dauernd fotografiert, du musst dauernt gut gucken.

00:10:33: Dauernd den Bauch dabei einziehen

00:10:36: und

00:10:36: dann sollst du jeden sofort erkennen immer sofort den Namen parat haben.

00:10:40: wie soll das denn gehen?

00:10:41: Nee und dann aber auch interessant dass Menschen glauben so würdest das mit Absicht machen Das ist ja nichts Persönliches!

00:10:46: Du hast einfach wahnsinnig viele Eindrücke.

00:10:48: Ja ich kann ab da wenig Verständnis führen.

00:10:51: da wird man dann auch mit dem älter werden auch ein bisschen lockerer.

00:10:57: Ich kann es nicht schaffen, dass mich jeder lieb hat.

00:10:59: Vielleicht

00:11:00: geht's

00:11:00: auch nicht darum.

00:11:02: Vielleicht ist das nicht das Ziel?

00:11:04: Auch wenn wir es manchmal gerne hätten!

00:11:06: Ja aber es ist natürlich schon klar man mag gerne sympathisch gefunden werden.

00:11:12: ich glaube das haben wir ja alle irgendwie und ich versuche auch ein guter Mensch zu sein.

00:11:17: ich finde es auch wichtig dass man sympathisch ist, weil ich möchte auch sympathische Menschen treffen.

00:11:24: Und man blickt ja mit den Lebenserfahrungen immer mehr hinter Fassaden und ich will einfach ein guter Mensch sein und dann will ich natürlich auch vermeiden dass ich jemanden womöglich übersehe, den ich kenne.

00:11:37: und das ist der Druck auf diesen Events.

00:11:41: aber man schafft es eben nicht immer.

00:11:42: Nee, natürlich nicht.

00:11:45: Genau das ... nee es geht einfach nicht.

00:11:47: Definitiv!

00:11:47: Sag mal einmal noch zu Miranda zurück.

00:11:51: Du hast gesagt über sie wir haben oft im Leben die Falschen geküsst aber Isabel hat es nicht verbittert.

00:11:56: Das heißt Bitterkeit findet keinen Platz.

00:11:59: wie hast du das geschafft?

00:12:01: Ich glaube dass ist eine Frage des Naturels.

00:12:04: ich glaube wir sind nicht nur Prägung in dem Leben auch schon sehr unterschiedlich auf diese Welt.

00:12:11: Das Naturell, was man hat ist die Voraussetzung, dass du gewisse Prägungen annehmen kannst.

00:12:16: und vielleicht war das naturell von Sinirita Miranda eben so, dass ... diese vielen schlechten Erfahrungen, die sie gemacht hat, dass sie gemerkt hat, die Männer wollen eigentlich nur ihren Körper und ihre Schönheit aber interessieren sich nicht für sie als Mensch.

00:12:32: Das hat sie böse gemacht und berechnend gemacht.

00:12:37: Ich glaube, dass ich ein anderes Naturell habe.

00:12:39: Ich bin mit einem anderen Naturell auf diese Welt gekommen und hab auch viel die Falschen geküsst.

00:12:44: Bin auch verlassen worden, ge-ghostet worden, betrogen worden ... Aber ich glaube eben, es gehört so eine DNA dazu, dass dich das böse

00:12:54: macht.".

00:12:54: Du würdest also sagen, das konntest du gar nicht aktiv beeinflussen?

00:12:57: Sondern es ist in dir so angelegt!

00:12:59: Und das kommt da nicht vor... Ja, ich

00:13:01: glaub, das glaubst du das vielleicht

00:13:02: auch?!

00:13:04: Ich würde sagen, ja zum Teil.

00:13:06: Aber bestimmt auch hat das was mit Haltung zu tun, die man sich arbeitet über das

00:13:10: Leben?

00:13:10: Ist die nicht auch irgendwie ein bisschen naturell?

00:13:13: Ich würd sagen ich hab's im Laufe der Zeit verändert.

00:13:15: Also du bist reifer geworden

00:13:17: und könntest

00:13:19: du rückblickend bei dir an Haltungen ... Was?

00:13:22: Nee aber ich hätte früher eher Menschen dann verurteilt nach schlechten Erlebnissen oder hätte vielleicht so überlegt wie kann ich eine zurückgeben?

00:13:31: Heute denke ich eher, es sind alles Erfahrungen.

00:13:33: Also so ein rache, lachenmäßig?

00:13:35: Ja und heute ist aber eher loslassen weiterziehen.

00:13:38: Es war eine Erfahrung die war nicht schön wichtig, war sie bestimmt für irgendwas weiterziehen und das ist schon eine Haltung, die ich mir erarbeitet habe.

00:13:43: Ach da hast du so ein bisschen dann ... Ein bisschen an mir

00:13:45: gearbeitet ganz bisschen.

00:13:46: Rachigefühle!

00:13:47: Ganz bisschen Therapie, ganz bisschen Coaching.

00:13:51: Ganz bisschen so nebenbei ja.

00:13:56: Okay.

00:13:58: Nee also rachige Fühle hatte ich nie in mir.

00:14:00: Ah ja interessant

00:14:02: Nee, ich bin halt so ein Emo-Ei.

00:14:03: Hab viel natürlich gelitten unter blöden Verhaltensweisen ... Ich frag mich bis heute.

00:14:12: Warum ist es so schwer eine Menschen zu sagen, ich will dich nicht?

00:14:17: Anstatt einfach wegzugehen oder du denkst, was ist falsch mit mir?

00:14:22: Definitiv!

00:14:23: Das hat aber nichts mit dir zu tun und das ist auch Zeichen der Zeit.

00:14:26: Wir reden nicht mehr wie ihr ...

00:14:29: Ich weiß nicht, ich find das war immer so.

00:14:30: Wir sagen das so!

00:14:32: Aber jetzt mal ganz ehrlich in den Achtzigerjahren als ich in meinen Zwanzigern war da hab' ich ganz viel Blödsinn mit Männern erlebt.

00:14:40: Ich habe ja eigentlich eher auf reifere Typen gestanden.

00:14:43: Das war mein Beuteschema also ein bisschen vaterkomplex.

00:14:47: Also die hätten ja nun wirklich drauf haben müssen sich anständig zu verhalten und das war aber nicht so

00:14:54: interessant

00:14:55: eigentlich gar nicht.

00:14:56: Kann ich mich gar nicht daran erinnern, dass sich da mal jemand, der damals schon Ende Dreißig um die Vierzig war, sich anständig verhalten hätte?

00:15:05: Ich habe natürlich meinen Teil dazu beigetragen.

00:15:07: Ich bin kein Opfer ganz klar!

00:15:10: Ich war vielleicht auch ein bisschen doof zu leicht zu haben und auch zu anfällig, sich mich zu verlieben Aber ich finde das einfach nicht anständig.

00:15:22: Man muss sich anständlich verhalten und ich habe ja auch Schluss gemacht, aber mit Männern Schluss gemacht.

00:15:29: Ich hab auch mit Freundinnenbeziehungen beendet.

00:15:33: Das muss man im Leben manchmal, wenn man merkt... dass die Haltungen völlig unterschiedlich sind, die Lebenseinstellung.

00:15:40: Da muss man sich auch mal trennen.

00:15:42: aber der Mensch egal wie er ist oder was man bei dem zunehmend entdeckt warum man einfach sagt unsere Leben passen nicht mehr zusammen und ich möchte mit diesen Menschen nicht mehr befreundet sein da hat dieser Mensch es trotzdem verdient zu erfahren warum du mit ihm nicht mehr verkehren möchtest.

00:15:59: Ich rede jetzt natürlich von engen Freunden, es gibt ja auch die guten Bekannten und so, da zieht man sich einfach manchmal zurück, dann muss man nicht jedem alles erklären.

00:16:06: ich rede das von dem Innerst-Hörkel.

00:16:09: Ja, interessant.

00:16:10: Weil ich kann es natürlich nicht wissen.

00:16:11: Mein Bild davon ist früher war das alles noch ein bisschen ordentlicher und da hat man noch mehr Anstand gehabt?

00:16:16: Du sagst nee auch nicht früher!

00:16:17: Es war halt vielleicht einfach der Unterschied...

00:16:19: Ist das so?

00:16:20: Ich bezweifle das.

00:16:22: Es ist ebenso dass man frühere Zeiten pauschal, das ist in uns drin, ein bisschen durch die rosa-rote Brille sieht.

00:16:29: Und ich glaube ... Weil

00:16:30: diese mich jetzt sind, die guten alten Zeiten sind ja jetzt

00:16:34: Ganz genau, so hab ich meinen Buch genannt.

00:16:36: Da war eben der Gedanke ab einem gewissen Alter ... Warte ich doch nicht zehn Jahre, weil man oft sagt, es ist doch vor zehn Jahren toller.

00:16:43: Ich dachte, ich warte noch nicht zehn bis ich mein heute gut finde!

00:16:47: Also erkläre ich das jetzt zu meiner persönlichen guten alten Zeit schon.

00:16:51: So war der Gedange.

00:16:53: und wenn ich so drüber nachdenke... Es gibt Dinge die schöner waren.

00:16:57: klar Die Welt war langsamer ohne die Handys.

00:17:02: Das finde ich schon, dass danach sehne ich mich manchmal zurück.

00:17:06: aber ansonsten weiß ich nicht ob das heute die Moral was du damit ja meinst?

00:17:13: Ob das wirklich früher besser war?

00:17:15: Die Erfahrung habe ich nicht gemacht nein!

00:17:17: Ja okay siehst du und dann hab' ich da auch so ein rosarotes Bild von früher.

00:17:20: war alles besser?

00:17:22: Nee, wie alt bist du denn?

00:17:23: Man kann dich so schwer schätzen.

00:17:24: Du wirst jung!

00:17:25: Wahnsinnig jung

00:17:26: noch!

00:17:27: Wahnsinnig jung

00:17:27: ne?!

00:17:32: Naja, dann... Ich bin

00:17:33: Kind der Neunziger.

00:17:34: Für mich gab es auch... ich bin ja in so einer spannenden Generation.

00:17:37: Ich kenne das Leben ohne Internet und Handy und mit Smartphone.

00:17:41: Und Verbinde alte und Neuweltes habe ich schon durchgelesen.

00:17:43: Das wird es tun.

00:17:43: wir sind eine ganz spezielle Generation die das beides.

00:17:47: Hast du denn auch schon manchmal so ein bisschen Sehnsucht nach der Analogenzeit, wenn du

00:17:53: kennengelernt bist?

00:17:53: Ja jeden Tag.

00:17:54: Ich wünsch mir häufig die Neunziger zurück durch dieses Internet, Social Media.

00:18:00: klar das ist Fluch und Singen zugleich.

00:18:02: wir können auch gesehen werden was früher gar nicht möglich war.

00:18:05: aber diese Geschwindigkeit und dieses alle wollen dir ihre Botschaft mitgeben.

00:18:09: boah ich wünsche mir manchmal wieder einen Scheiben-Telefon zurück.

00:18:16: Aber ist es wirklich so, man hat immer mehr Druck.

00:18:19: Ja!

00:18:19: Ich bin ja auch aktiv bei Social Media und denke immer du musst mal wieder was machen wenn ich eine Woche nichts gepostet habe.

00:18:27: aber ich hab halt nur Lust sinnvolle Sachen zu posten vor allen Dingen auch nur berufsbezogen.

00:18:32: Du darfst

00:18:32: nicht jede Woche, du musst jeden Tag.

00:18:35: Jeden Tag sollte.

00:18:38: Schaff ich das?

00:18:41: Es ist Horror Und früher sind wir rausgegangen, dann hieß es wenn's dunkel wird kommt ihr zurück vom Spielen.

00:18:46: So und bis dahin wusste keiner wo wir sind.

00:18:48: heute kann ich ja ein Foto malen sagen so Spielplatz mega Aber ist die Mutter Bescheid.

00:18:55: Es hat sich auch wirklich verändert, zum Beispiel haben mich neulich im Medienhafen da unten Rheinau-Hafen.

00:19:03: Da haben mich zwei Jungs angesprochen mit dem Kamerateam und haben gesagt ja sie sind bei Social Media und würden ganz gerne kurz mit mir ein Interview führen und habe ich mir gedacht, ich kenne euch doch gar nicht.

00:19:18: Da hab ich gemerkt, du kannst das heute nicht bemachen.

00:19:21: Weil du nicht weißt, welche politische Orientierung die haben und die waren so sympathisch.

00:19:27: Ich sag vor zehn, fünfzehn Jahren hätte ich gesagt den Spaß mache ich sofort mit aber ich kenne euch nicht und ich kenn eure politischen Orientierung nicht.

00:19:34: Wussten

00:19:34: die wer du warst?

00:19:35: Ja, die haben mich erkannt.

00:19:37: Und dann hab ich ... Wir haben sie mir sofort ihr Social-Media-Account bei Instagram gezeigt und als ... Ich hab das dann auch bei mir gesucht.

00:19:45: Da haben Sie mir gesagt, das wären Sie?

00:19:47: Jetzt weiß ich trotzdem immer noch nicht so über euch.

00:19:49: Dann haben die gesagt, ja, folg uns doch!

00:19:51: Nein, ich kann euch nicht folgen, solange ich nicht weiß, wer ihr seid.

00:19:55: Stell dir mal vor, du folgst aber jemandem auf Spaß oder gibst ein Interview.

00:19:59: und drei Jahre später sagen die Frau Varell haben sie nicht gewusst, dass es AfD-Anhänger sind?

00:20:07: Sie haben doch mit denen so gelacht und nett gesprochen.

00:20:12: Da muss man so aufpassen heutzutage ... Weißt du noch, jetzt vor Kurzem bei den Linken, die mit diesen teilweise antisemitischen Tendenzen wie man in India unterstellt?

00:20:25: Da muss ja auch was dran sein, wenn man krunken Köpfen glaubt.

00:20:30: Die ... dann plötzlich haben sie die Wahl gewonnen und sagen sie auf einmal ja wir wollen jetzt jüdisches leben schützen und distanzieren sich.

00:20:37: plötzlich haben aber damit wählerinnen gesammelt zum beispiel extreme muslime, die in deutschland leben reden nur von den extremen.

00:20:47: Wir haben ja nur ein problem mit extremen menschen und sonst haben wir mit niemandem ein Problem.

00:20:52: Und dann war auf dieser wahlparti diese komische terrorboss.

00:21:00: Weißt du, was jetzt nicht wieder heißt?

00:21:02: Ich mit meinem gefährlichen Halbwissen.

00:21:04: Dann sagen sie plötzlich ... Ach!

00:21:07: Wir wussten ja gar nicht wer das war.

00:21:09: oder so Fotos auftauchen und dann denkste dir... Das glaube ich denen natürlich jetzt nicht so richtig.

00:21:14: Nee.

00:21:15: Aber ich werde nicht irgendwie auf der Straße und sowas konnte man früher so ganz unbedarft machen.

00:21:20: Ja weil du heute ... Genau, da bin ich total bei dir.

00:21:22: Heute sind die Konsequenzen mitunter sehr groß Weil dann ist es im Internet und für immer.

00:21:28: Und die ganze Welt kann sehen, Isabel Varell hat folgendes gesagt... Du

00:21:31: kannst ja auch die Leute besser erkennen.

00:21:33: Früher konntest du dich besser erkennen?

00:21:34: Hatte so ein NPD-Wähler, der hatte halt Springerstiefel an und hochrasiert.

00:21:41: Heute weiß man's nicht

00:21:42: mehr!

00:21:42: Nee aber das stimmt ja was du sagst, man muss vorsichtig sein eher vorsichtig.

00:21:46: Du hattest auch mal gesagt... Diese Vorsicht

00:21:48: ist gar nicht mein naturell.

00:21:50: ich bin so gerne unvorsichtig.

00:21:52: Das finde ich so doof dass man vorsichtig seien muss und vernünftig sein muss.

00:21:55: Vorsicht und Vernunft sind ganz dobe Worte.

00:21:58: Ich bin bei dir, ja total!

00:22:01: Du hast aber mal irgendwann gesagt ein falscher Satz kann die Karriere beenden so sinngemäß hast du das gesagt?

00:22:09: Dann habe ich das denn wo gesagt weil sie jetzt auch nicht mehr

00:22:13: vorwärts.

00:22:14: man kann mit einem einzigen Satz die eigene karriere auslöschen.

00:22:18: Im Podcast fröhlich nachgefragt, zwanzig vierundzwanzig.

00:22:20: Gott sei Dank habe ich hier als Redaktion einmal auch nicht gearbeitet!

00:22:23: So mich würde einfach nur interessieren und das passt ja zu dem was du gerade sagst.

00:22:27: Einmal den falschen Leuten zugelächelt in der Kamera für Social Media.

00:22:31: Hast Du Dir Sätze verkniffen?

00:22:34: Nee eigentlich nicht.

00:22:34: deswegen würde ich so gerne den Kontext wissen in welchem Kontext ich das gesagt habe.

00:22:39: aber ich glaube dass was dran ist und da geht es vielleicht.

00:22:45: Also zum Beispiel unser Kanzler Friedrich Merz, ich kann den jetzt hier auch nicht wirklich in Schutz nehmen.

00:22:50: Aber ich möchte ihm gerne unterstellen dass so der eine oder andere Satz wirklich von der Presse zerflückt wurde und vielleicht von ihm nicht so gemeint war.

00:23:00: Ja Das ist eben du kannst heute dich mit einem Satz ins Ausschießen

00:23:07: Und gleichzeitig erlebe ich häufig das man auch Dinge im Fernsehen sagen kann zB die komplett daneben sind und man wird nicht gekänztet.

00:23:14: Ja, aber das kommt auf den Namen drauf an.

00:23:17: Ich glaube wir zwei würden vielleicht gekänzelt werden... Aber hast du so ein Beispiel?

00:23:24: Komm jetzt sei nicht vorsichtig!

00:23:25: Nee ich habe kein konkretes und bevor ich es falsch wiedergebe ne kann ich dir gerade nicht konkret sagen.

00:23:30: Ja aber wir wissen ja dass Thomas Gottschalk sich bis zum Ende seiner Karriere wirklich viel erlauben konnte.

00:23:35: Und der ist ein Beispiel dafür.

00:23:36: Das waren

00:23:36: andere Zeiten

00:23:38: Naja, aber der ist ja bis vor kurzem im Fernsehen aufgetreten.

00:23:40: Das waren keine anderen Zeiten, das war noch die jetzigen Zeiten.

00:23:42: Ja, aber es würde man immer alles schieben auf eine Urgestein andere Zeiten Der kommt aus einer anderen Zeit und so weiter.

00:23:48: da kam jetzt auch dieser Film mit den ganzen Frauen.

00:23:52: Ja, den habe ich leider

00:23:53: nicht gesehen Ich auch noch nicht.

00:23:54: Nee, dass wird man ja wohl noch sagen dürfen oder irgendwie?

00:23:56: so heißt er Ach was haben wir gelacht?

00:23:59: So heißt er

00:24:01: Welchen Satz ich gar nicht gut finde, man darf ja nichts mehr sagen.

00:24:05: Ne genau!

00:24:05: Da kriege ich halt die Krise, da kräuseln sich meine Eierstöcke wirklich vor lauter Ärger weil ich mir einfach sage gerade heute kannst du alles sagen aber denke verdammt nun mal drüber nach wie man das sagt.

00:24:18: also Ich gehe halt einfach gerne mit der Zeit und es kostet mich keine Mühe, zu überdenken was für uns jahrzehntelang normal war.

00:24:27: Wenn Jahrzehnte lang normal war Indianer zu sagen damit haben wir auch etwas Schönes verbunden und ich erfahre durch eine neue Generation der indigenen Bevölkerung dass das nicht in Ordnung ist dann kostet es mich keinen Mühe das zu respektieren und einfach nicht mehr zu sagen.

00:24:45: Ja von Entwicklung ja

00:24:48: Man nennt das Entwicklung.

00:24:50: Wenn ich manchmal ins Gespräch komme, und da ist aber leider auch viel in dieser Diskussion, viel Aggression ... Ich hab sogar Freunde, die sich sehr dagegen gewährt haben gegen diese Veränderungen.

00:25:01: Das sind Herzensmenschen von mir.

00:25:03: Da hab ich gesagt, lass uns mal ganz in Ruhe drüber reden!

00:25:05: Und dann hab ich denen das erklärt, warum mich das sogar schön finde.

00:25:11: Also, mir selber was Neues beizubringen.

00:25:13: Dann haben die beiden auch gesagt, es ist ein E-Ball.

00:25:15: Die haben gesagt, weißt du?

00:25:17: noch nie einer so erklärt.

00:25:19: Und dann haben wir uns das richtig zur Aufgabe gemacht und haben gesagt, am Morgen nehmen wir das Wort Zigeuner vor ... und nehmen das durch.

00:25:25: So wie eine Schulstunde!

00:25:27: Ja?

00:25:27: Da hat die Freundin, die Frau, gesagt ja aber wir haben einen rumänischen Freund der ist stolz ein Zigeuna zu sein.

00:25:34: also für den ist das Wort ein Kompliment.

00:25:37: Es gibt

00:25:37: auch die Bewertung, die da drauf liegt.

00:25:39: Dann habe ich studiert, hab da Recherchen gemacht, bin der Hobbyjournalistin geworden Und das stimmt, Maryl.

00:25:47: Es ist in der Tat so dass in Rumänien die Sintiroma-Menschen sehr gerne als Zigeuner bezeichnet werden aber eben nur da und deswegen werde ich das Wort auch nicht mehr sagen.

00:26:00: Ich habe das zum Beispiel auch, weil es noch früher hat doch Alexandra gesungen, Zigeuna Junge, Zigueuna war ein schönes Lied, aber ... Ich würd's einfach heute nicht mehr sagen.

00:26:09: Nee, weil wir eben wissen ... Weil wir nicht

00:26:11: wissen?

00:26:12: Ist

00:26:12: dieser Sinti-Roma Mensch jetzt vielleicht aus Rumänien das?

00:26:15: Ja genau.

00:26:16: Apropos Worte und Wortspiele und auch Namen du heißt ja gar nicht Isabel Varell Und ich ... Das weiß auch keiner!

00:26:23: Ich heiß' gar nicht Marry Deep.

00:26:24: Das ist Tatsache so...

00:26:26: Verrückt!

00:26:27: Heiß'

00:26:27: ich gar nicht!

00:26:29: Du

00:26:29: heißt nicht

00:26:30: Marrel!

00:26:31: Aber ich heiße Isabel!

00:26:32: Du heißt Isabel.

00:26:33: aber mich würde an der Stelle interessieren was ist für die Varell möglich geworden, was für die Wehrmann nicht möglich war.

00:26:41: Also ich würde auch heute viel lieber Isabel Wehrman heißen.

00:26:43: Ja?

00:26:45: Ich war damals so ein bisschen geprägt durch Künstlerinnen wie Liza Minnelli ... Aber die hieß wahrscheinlich wirklich Liza Minelli und Schöllig Bessey.

00:26:57: Ich fand diese Namen so toll!

00:27:02: Wie

00:27:02: Lady Gaga heißt nicht Lady

00:27:03: Gaga?!

00:27:05: Also ich fand das irgendwie eine schöne Vorstellung, einen Künstlernamen zu haben.

00:27:10: Aber ich wollte nur meinen Vornamen nicht verändern weil ich Isabelle auch einen schönen Namen finde und weil der passt auch zu mir.

00:27:17: Ja dann war ich damals bei meinem ersten Plattenvertrag mit Jack White.

00:27:21: da war Hugo Egon Balder dabei Und er hatte die Idee, weil ich hab gesagt auf was Franco Filis wäre.

00:27:26: schön Marlene Charell weißt du noch?

00:27:30: Oder ich kennst du gar nicht mehr Marlene Charrell?

00:27:32: Doch doch, nee kenne ich nicht.

00:27:34: Guck mal, man kennt Marlene Charell nicht mehr.

00:27:37: Nee, aber ich

00:27:39: kann

00:27:39: dich trösten.

00:27:40: Wenn ich den jungen Menschen sage, ich heiße Meryl Diep dann sagen die ja cool, aber warum?

00:27:43: Dann sag' ich wegen Meryls Treep.

00:27:46: Wer ist das?

00:27:47: Ja!

00:27:47: Die ist aber gerade erst im Kino gewesen mit Daryl West Prada II.

00:27:51: Die

00:27:51: ist wirklich noch präsent.

00:27:52: Sie wissen das

00:27:53: nicht mehr... Das is so Aber ich kenne Isabel Varell.

00:27:56: Jedenfalls kamen dann der Hugo auf die Idee, dass es Frankophil sein soll und so kam ich zu dem Namen.

00:28:02: Und auf deine Frage zurückzukommen ... Ich weiß nicht was ich nicht erlebt hätte.

00:28:09: Ist dadurch was möglich geworden?

00:28:11: Das weiß ich nicht!

00:28:12: Ich sag das nicht.

00:28:14: Vielleicht wär damals Isabel Wermann nicht toll gewesen.

00:28:18: Ich finde es nur so künstlich.

00:28:21: Ich würde es heute nicht mehr machen.

00:28:24: Und dann hab ich echt überlegt, ob ich meinen Namen wieder ... Also einfach sage.

00:28:29: Ich bin Isabel Wehrmann und da ist mir aber klar geworden, du müsstest durch zwanzig Talkshows gehen bis die Leute sich das, bis es sich festgesetzt hat.

00:28:39: Und einen Namen bekannt zu machen, das ist ja auch ... Das ist ja was?

00:28:44: Das ist ein Wert!

00:28:45: Ja.

00:28:47: würde zu lange dauern.

00:28:48: Und irgendwie kennen nicht viele Menschen, auch wenn manche vielleicht sagen, Ah Isabel Varell habe ich schon mal gehört.

00:28:55: die meisten sagen vielleicht kenne ich und das ist dann schon etwas wert.

00:28:59: Definitiv!

00:29:00: Und es hat ja auch gedauert das aufzubauen dass als Marke sozusagen, wenn wir das mal so sehen warum diese Kraftanstrengungen unternehmen und sagen Ich mach's wieder anders?

00:29:08: Nee da will ihr auch nicht machen.

00:29:10: Aber ich hatte so den Moment zwischendurch mal, wo ich dachte ... Es passt nicht mehr zu meiner jetzigen Entwicklung.

00:29:17: Mir ist ja so wichtig, dass man immer mein selber bleibt.

00:29:20: Deswegen finde ich auch diese Schönheitsgeschichte mit Botox und dieses Unterspritzen.

00:29:26: Ich mach das alles nicht mit!

00:29:27: Ich nehme keinen Collagen, kein Hyaluron.

00:29:29: Ich mache das nicht, weil ich das auch so ... Ich bin so richtig anti-.

00:29:34: Und da pass auch

00:29:35: der echte

00:29:36: Name zu.

00:29:37: Aber egal.

00:29:38: Ja, aber das ist sehr cool.

00:29:40: Auch genau dieses Statement zu setzen unter hat dir nicht geschadet offensichtlich.

00:29:43: also ich meine guck mal wo du heute gelandet bist diese ganze reise über.

00:29:47: ja also ich habe auch natürlich ein bisschen glück gehabt mit meinen genen.

00:29:51: aber trotzdem glaube ich einfach grundsätzlich dass man sich so nehmen soll wie man isst und man sollte sich mit dem älter werden anfreunden oder es etwas als etwas schönes empfinden.

00:30:02: ich finde elter werden ist ein solcher luxus und einen so ein geschenk Und das Älterwerden ist einfach ein geiler Scheiß, finde ich.

00:30:11: Es ist ... Warum wird das so schlecht gemacht?

00:30:15: Warum wollen wir äußerlich eine andere Zeit festhalten?

00:30:19: Warum?

00:30:20: Ideale!

00:30:21: Die irgendwo herkommen und kreiert werden ja...

00:30:24: Ich will diese Scham nicht haben wenn es bei mir wellig wird.

00:30:27: Ist es schon nicht sehr angezogen definitiv besser als ausgezogen.

00:30:31: Auch schön!

00:30:34: Das geht uns allen so

00:30:36: Ja, bei dir ganz bestimmt nicht.

00:30:37: Du bist bestimmt nackig genauso gut aus wie jetzt.

00:30:40: Ah, I doubt it!

00:30:42: Doch du bist doch ein ganz schöner Mensch.

00:30:45: Du bräuchtest auch keinen Make-up aber ich kann verstehen dass du so einen Markenzeichen entwickelt hast.

00:30:50: glaub ich, bist ja ein schwuler Mann.

00:30:52: Und machst du eigentlich auch Drag Queen-Shows oder so?

00:30:55: Willst du, soll ich dir die Karten geben?

00:30:57: Aber die sind alles Fragen für dich nicht für mich!

00:31:01: Nein, ich mach keine Shows.

00:31:02: Das ist der große Unterschied.

00:31:03: Ich bin ja die Drag, die sich ausschließlich auf Sprechen konzentriert.

00:31:06: Ich moderiere, ich halte Keynotes und hab den Podcast.

00:31:09: Ich mache keinen Singen, kein Tanzen, kein Nachtleben ... Ich bin immer die, die spricht.

00:31:15: Also, du könntest aber trotzdem auf die Bühne gehen und Talkshow.

00:31:18: Auf jeden Fall!

00:31:19: Ja, auf jeden Fall.

00:31:21: Was mich übrigens wunderbar dorthin führt, wo ich eh hin wollte mit dir... Die Varell-Pass sind keine Schublade sagt man so oft.

00:31:27: ne?

00:31:27: Weil du so vielseitig bist Und wenn ich das mal aufzähle dann bist du ja Sängerin Musical Darstellerin, machst Zelle Novela, kannst moderieren, machs Kabarett.

00:31:35: also du machst ja so viele

00:31:36: Und ich schreib Bücher Und du

00:31:37: schreibst Bücher.

00:31:39: Ich schreib' dir

00:31:40: wirklich selbst.

00:31:41: Das ist heutzutage auch wichtig dazu zu sagen.

00:31:43: Ja,

00:31:43: muss man dazusagen!

00:31:44: Manche geben nur ihren Namen her und sagen macht mal bitte ich gebe euch eine Stunde in Interview und dann könnt ihr euch da mal was zusammenbauen.

00:31:50: Sag mal war das bei dir immer dass die Vielseitigkeitsstrategie war oder war es auch überleben?

00:31:58: Das war definitiv überleben.

00:32:00: ja aber das wurde mir Bosch intern oft vorgeworfen.

00:32:03: du musst dich auf eine Sache konzentrieren.

00:32:06: nur so kann was richtig groß werden und ich habe dann zwischendurch auch gezweifelt ob sie vielleicht recht haben.

00:32:11: Ich höre das nämlich auch ganz oft.

00:32:12: Wer alles kann, kann nicht so nach dem Motto

00:32:15: und man

00:32:15: muss ganz klar für eine Sache stehen.

00:32:16: deswegen wenn du mich fragst singen tanzen ich bin nicht die die singt und tanze ich bin die die moderieren kann.

00:32:22: Die Bier geht sogar gut moderieren.

00:32:25: Ja.

00:32:25: aber wenn du jetzt ein richtig ein richtig toller guter richtig guter Sänger wärst würdest du es trotzdem doch machen dann würdest du dich doch nicht bremsen?

00:32:32: Dann wäre ich Lady Gaga geworden.

00:32:35: Ich liebe die, man merkt

00:32:36: es gar nicht.

00:32:38: Aber dann könntest du trotzdem alles machen.

00:32:42: Du könntest doch das alles machen, moderieren, Talk machen und trotzdem singen!

00:32:49: Also ich habe mich dazu entschieden, mich nicht auf eine Singt.

00:32:52: Genau, du hast gesagt, ich hab viele Talente und ich lebe dir auch?

00:32:55: Ja... oft mein Kalender vollgemacht, wenn ich damals gewusst hätte was auch alles kommt.

00:33:00: Ich hatte ja viele Existenzängste als ich so alt war wie du übrigens Mitte dreißigvierzig.

00:33:06: das war so eine Zeit da habe ich wirklich sehr daran gezweifelt dass der beruf mich weiter durchs Leben trägt.

00:33:13: wirklich

00:33:13: weil du nie wusstest was ist nächstes Jahr und Es gab einfach keine festen Verträge, so wie zum Beispiel Birgit bei RTL.

00:33:21: Wobei die Birgitt war ja auch nie ... es gab nie eine Garantie, ne?

00:33:25: Dass das auf Jahre dauert!

00:33:27: Also auch Birgitte musste sich immer wieder beweisen und hat immer wieder Riesenquoten gehabt.

00:33:32: Und irgendwann gab's natürlich für den Sender keinen Point-of-Low-Return, wo sie wussten, Sie können jetzt eine Birgitschrowwange nicht mehr nicht verlängern.

00:33:43: Aber sie war halt einfach super bei RTF.

00:33:46: oder Kamera?

00:33:47: Definitiv.

00:33:48: Ja, ja das war sie ganz klar Haken dran.

00:33:50: aber du bist an einem spannenden Punkt.

00:33:51: gerade Du sagst so hat es auch zwischen drei und vierzig dich gefragt ist das wirklich dass wie's mich weiter durchs Leben trägt?

00:33:58: und da kommt ja viel Existenzangst mit ins Spiel.

00:34:00: Das heißt du hast mehrfach wahrscheinlich auch gedacht ich glaube ich schmeiß das hin

00:34:05: Es gab ja Streckenweise nicht zum hinschmeißen.

00:34:09: Was willst du hinscheißen wenn du keine Angebot hast?

00:34:12: dann sitzt du zu Hause Und denkst hier und jetzt Wie geht das jetzt weiter?

00:34:16: Wann klingelt diese Scheiß-Telefonen.

00:34:19: Und, äh ... Das ist ein Problem!

00:34:20: Ich wurde ja es später eine Kreative.

00:34:23: Ich hab es später angefangen meine Songtexte alle selber zu schreiben einfach weil die Texte erinnern, die ich hatte... die gleichen Scheiß geschrieben haben, wie als ich fünfundzwanzig war.

00:34:34: Und ich finde mit Fünfund dreißig, vierzigfünfundvierzig kann man da noch mal was anderes singen.

00:34:39: und dann hab' ich Notgedrohung selber angefangen und habe so eine Leidenschaft fürs Schreiben entwickelt, dicht darin zu sein.

00:34:47: Das war toll eigentlich, bin nicht den Dankbar das die so bildes Zeug geschrieben haben.

00:34:53: So hab ich mich eben immer weiterentwickelt aber ... Wie gesagt es gab Zeiten wo ich nicht wusste macht das alles Sinn.

00:35:02: Also, die Branche hat sich immer mehr verändert.

00:35:05: Das Gala-Geschäft war eine Zeit lang super.

00:35:07: Da haben wir alle super viel Geld verdient als die sogenannten Stargäste.

00:35:12: Hast du nach dem Essen gesungen für die Firma XY mit irgendeiner Band?

00:35:18: Hast du Nachmittags gepobt?

00:35:20: Ja!

00:35:21: Du hast fünfvierzig Minuten gesungen und das Geld nach Hause getragen und es war schon geil.

00:35:27: Aber ... Dann wurden die Galas weniger, weil plötzlich bei diesen Firmenveranstaltungen so en vogue war.

00:35:35: So Krimi-Theater!

00:35:38: Dass die Leute des Publikums die Mitarbeitenden von Firmen den Mörder finden können und sowas hat dann den Sängern den Rang abgelaufen und das veränderte sich stetig.

00:35:50: Und dann hast du dann denkst du dir oh Gott wie geht das jetzt weiter?

00:35:53: Das heißt aber aus der Not heraus auch, von das Telefon klingelt nicht.

00:35:57: Oh Gott wer weiß wie es weitergeht?

00:35:59: Hast du für dich entdeckt?

00:36:01: ich habe viele Talente.

00:36:02: Ich will sie auch nutzen hast halt angeboten was der Markt gerade braucht und fordert mal was singen Mal was schreiben Spielen auf der Bühne.

00:36:09: so ungefähr muss ich mir das vorstellen.

00:36:10: Ja ist ging dann immer gut ich hab dann doch Angebote bekommen Aber es war begleitet immer von Existenzängsten.

00:36:17: Das hat sich Gott sei Dank aufgelöst.

00:36:20: Weil weil die Aufgaben und plötzlich habe ich die Hauptrolle bekommen bei Rotorosen.

00:36:28: Ja, also es ging ... Es lief dann weiter!

00:36:32: Ich hab aber eine Menge Beispiele von Kolleginnen und Kollegen, wo das eben nicht weitergingen.

00:36:39: Und die auch irgendwann was anderes machen mussten oder verarmt sind.

00:36:44: Ich bin halt einerseits Künstlerin auf der anderen Seite ein Sicherheitsmensch.

00:36:49: Ich war Scheidungskind und wollte auf keinen Fall niemals in meinem Leben in irgendeiner Abhängigkeit sein.

00:36:57: Von einem Mann abhängig sein oder von ... Ja, ich hab deswegen auch immer für meine Altersvorsorge gesorgt und das müsste ja bezahlt werden.

00:37:04: Das waren jeden Monat Beiträge.

00:37:06: Ich habe relativ viel für meine altersvoresorge eingezahlt.

00:37:09: Und das hat mich dann manchmal ganz schön ins Schwitzen gebracht.

00:37:13: Okay, aber das ist natürlich dann waren das sozusagen Back-up Pläne oder eben Alternativrouten die du spielen konntest.

00:37:19: Aber am Schluss es ging immer weiter und du musst das gar nicht unbedingt tun.

00:37:22: Ja!

00:37:23: Aber das ist schon ... ja weil ich höre das genau auch so immer man muss für eine Sache stehen und dann isst man das halt so...

00:37:28: Ja, aber ich hab auf diese Stimme nicht gehört und dadurch ging's eigentlich bei mir immer weiter Und heute bin ich halt genauso Schauspielerin fast mehr als Sängerin Weil beim Musik ist es so Ich mache aus Spaß einfach weiter Lieder Und die werden veröffentlicht auf den Streaming-Portalen.

00:37:47: Das ist nett, aber ... Die Radiosender sind sehr formatiert.

00:37:55: Ich hab vor Jahren angefangen eben mich ... also deutlich zu machen, dass ich keinen Schlager mache, sondern Popmusik.

00:38:05: Aber die Sender, die Popmusikspielen für die Isabel Varell ein Formatbruch.

00:38:10: So nennen die das.

00:38:11: Ja, Wahnsinn!

00:38:12: Und ich war dann bei vielen Sendern mit meinen Büchern, die ja sehr erfolgreich waren und da hab' ich gesagt ihr könntet doch von mir jetzt auch mal ein Lied spielen.

00:38:20: Nee, das ist Formatbruch, da habe ich das Wort zum ersten Mal gehört, da hab ich gesagt hör doch mal rein.

00:38:24: Das passt hier rein, es ist Popmusik.

00:38:26: und dann haben sie gesagt ja das stimmt schon aber...

00:38:29: Du bist Format bruch?

00:38:30: Auch das wäre ein Songtitel.

00:38:33: Aber welcher Sender soll das spielen?

00:38:36: Ja genau.

00:38:37: Und dann ist es eben so, Meryls haben diese sogenannten konservativ Formate wo Schlager läuft die auch mich spielen und ich möchte da nicht werten.

00:38:47: Ich freue mich wenn ein Radio seiner mich spielt.

00:38:51: Ich finde Schlager auch prima.

00:38:54: Es gibt nur den Schlager nicht Teilweise schrecklich und ich finde Schlager teilweise toll.

00:39:01: Also man kann einfach nicht sagen, dass es alles Schlager...

00:39:05: Nee!

00:39:05: Und du bringst ja einen ganz anderen wichtigen Punkt, das ist die Weggabelung vor der man steht.

00:39:11: Produziere ich für weil Radio will Pop also mache ich das oder bleibe ich Isabel Varell und singe das und schreibe das was ich gerne möchte?

00:39:19: Das ist eigentlich viel cooler.

00:39:20: Aber man merkt natürlich schnell wann ein Lied was man selber als toll empfindet, wie das durch das Raster fällt und eben nicht auf diese Rotationen kommt in den Sändern die mich spielen.

00:39:32: Weil mein Name da kein Formatbruch ist!

00:39:35: Ist ganz schwierig das zu erklären, dass es normalen Menschen gar nicht so bewusst, die nicht in unserer Branche sind.

00:39:40: also wir sind ja auch normale Menschen.

00:39:41: aber du weißt wie ich das

00:39:42: meine?

00:39:42: Nein,

00:39:43: okay wir sind keine unnormale Menschen.

00:39:46: Also, das ist... Du entscheidest dich für einen Sender und da läuft diese Genre.

00:39:50: Aber da läuft eben auch doch qualitätsmäßig sehr unterschiedliche Dinge.

00:39:53: also wie gesagt ich habe gar kein Problem bei den sogenannten konservativ Radio-Sendern zu laufen aber die gibt es immer weniger.

00:40:00: Das heißt du bist auf Stream angewiesen?

00:40:04: Und da muss ich sagen, da teile ich immer wieder auch bei Social Media die Äußerung von Herbert Grönemeyer der sich ja sehr einsetzt nicht für sich selbst sondern Alle jungen Künstlerinnen, der sich so einsetzt und sagt das ist ein System für Dove.

00:40:19: Und es ist hart?

00:40:19: Du verdienst damit Null Komma Null Geld!

00:40:22: Ich bin ja nicht nur Sängerin ich bin ja Urheberin.

00:40:24: Ich schreibe meine Texte.

00:40:26: Das ist Arbeit.

00:40:27: Für einen Text brauche ich eine Viertelstunde beim anderen sitze ich drei Wochen dran.

00:40:31: Ja und du kriegst ja keine Vorkasse du kannst ja nicht nirgendwo hin Rechnung schreiben Irgendwann mal für deinen Text oder für deine Komposition irgendein Geld.

00:40:42: Und beim Streamen musst du millionenfach

00:40:46: streamt, dass da mal

00:40:47: so ein Urlaub rausspringt wirklich?

00:40:50: Also ich möchte jetzt nicht falsch sagen, aber du musst hunderttausende Mal gestreamt werden!

00:40:56: dass dabei ein Urlaub rumkommt.

00:40:58: Also geschweige denn deine Miete!

00:41:00: Das ist

00:41:01: ein System

00:41:02: und

00:41:03: mir ist das egal, weil ich mich jetzt gut verdiene mein Geld.

00:41:07: Ich habe auch meinem Leben gut gegangen.

00:41:11: Ich kann heute ohne Druck Leinsagen gelernt haben.

00:41:15: Es war immer meinen Ansinn mit Sechzig Beziehungsweise mit ... Das habe ich auch für mich geschafft.

00:41:22: Aber ich sage das jetzt auch im Interesse, weil es nicht genug Leute hören können dürfen sollten, dass dieses System wirklich an den Künstlern vorbei, an den Urhebern vorbei ... Auch an den Sängern.

00:41:36: Wenn du jetzt nur Sängerin bist, wenn ich jetzt nur sängerin wäre, dann verdient es ja noch mal weniger.

00:41:42: Also da, man fragt sich warum und heute diese vielen kleinen Labels die es gibt, da marschieren die Künstlerinnen rein?

00:41:50: Die sagen zu den Künstlern ihr zahlt jetzt die Produktion selber und ihr müsst dann so und so viele CDs abkaufen.

00:41:59: Ist ganz schnell hart!

00:42:01: Ja, hör mal.

00:42:02: Wenn das ist dann bist du der Produzent aber das wissen die nur nicht.

00:42:06: Es ist wirklich krass!

00:42:08: Ich

00:42:08: möchte noch einmal zurück zum Geld mit dir und zwar jetzt sagst du pass alle ich habe auch viel in die Altersvorsorge eingezahlt.

00:42:13: dass es schön ist gab aber einen Zeitpunkt in deinem Leben da ist ja der Mann abhanden gekommen und er hat weil du die Kreditkarte sehr nett immer liegen gelassen hast zweihundert tausend demark schulden hinterlassen.

00:42:26: Das ist das Gegenteil von finanzieller Sicherheit.

00:42:29: Es war ein bisschen anders, du meinst jetzt die Ehe mit Rafi?

00:42:34: Der hatte von meinen Kreditkarten Zweitkarten ... Ich hatte eigentlich auch nur einen, aber er wollte alle und der hatte ja... offenbarungsalt geleistet, das bedeutet dass er keinen Konto haben durfte.

00:42:49: Er war hochverschuldet und wir haben ja einen Ehevertrag gehabt um mich zu schützen weil er ja wie gesagt überhaupt kein Geld hat und hoch verschuldet war.

00:42:59: Und trotzdem hat mich diese Ehe sehr viel Geld gekostet.

00:43:02: Das was du wahrscheinlich meinst Weil ich eben das Geld hatte.

00:43:07: Und weil die Anwälte bezahlen musste auch bei der Scheidung und vor allem den Skandal, den er ausgelöst hat in der Presse, weil er verletzt war ... Ich würde über diese Dinge nie reden, wenn er es nicht selber öffentlich gemacht hätte, dass er unter Drogen steht, also, dass ein Drogenproblem hatte, ein massives, sonst würd ich da gar nicht darüber reden.

00:43:30: Das ist mir wichtig zu sagen.

00:43:32: Ja!

00:43:33: Also, dass die ganze Ehe und auch die Scheidung danach hat mich sehr viel Geld gekostet.

00:43:40: Ich war dann ... ich kam schuldenfrei aus der Scheidungsgeschichte raus, aber mein Geld war weg.

00:43:45: Genau!

00:43:46: Und ich hab damals schon so sehr gut verdient und hatte gespart.

00:43:50: Und das war dann weg.

00:43:53: Da war ich

00:43:54: bei Zero.

00:43:55: Das ist auch egal, aber du warst bei Zero!

00:43:57: Was macht man in dem Moment?

00:43:59: Was sind Gedanken?

00:44:00: und wie stehst Du sozusagen wieder auf und sagst okay ich hatte das alles gespart es war aufgebaut jetzt ist alles weg.

00:44:06: das ja super frustrierend.

00:44:09: Ja dass das das war also frustriernd ist da irgendwie das falsche wort.

00:44:13: das war Ich bin in einem Also ich bin in einem Abgrund gestürzt.

00:44:18: Es war ja einmal das Emotionale, dass du realisieren musstest diese Liebe die da war dieses unglaubliche tolle Glück was man empfunden hatte was wir empfanden hatten Dass das nicht zu leben war mit einem Menschen der labil ist der immer wieder zurück greift.

00:44:38: auf Drogen können wahrscheinlich jetzt auch nur Menschen verstehen, die uns zuhören und zu sehen.

00:44:44: Die auch selbst mit Drogenmensch, das kann ja unterschiedlichste Drogen sein.

00:44:47: Das ist auch Menschen, die alkoholabhängig sind.

00:44:51: Du kannst einfach mit so einem Menschen nicht leben und Gefühle gehen dann auch kaputt weil der Mensch sich dann plötzlich von einer ganz anderen Seite zeigt.

00:45:00: Da geht alles kaputt!

00:45:02: Und wenn du dann schaffst zu gehen, dann ist ja das allein schon unheimlich schwer zu überwinden.

00:45:08: Genau, das ist schon mal ein riesiger emotionaler Verlust.

00:45:10: Der Plan war ein ganz anderer und ich glaube auch heute noch ohne Drogen hätten wir wahrscheinlich richtig gut zusammengepasst weil er war in einem clean Zustand ein unheimlich herzlicher toller Mensch der konnte an keinem Obdachlose vorbeigehen.

00:45:23: Er war auch großzügig in seinem Herzen.

00:45:26: aber mit Drogen geht es einfach nicht.

00:45:30: Und dann kam neben das andere hinzu dass ich dann plötzlich über diese paar Jahre, die wir zusammen waren.

00:45:39: eben ja mein Geld war aufgebraucht und das war einfach nur grauenhaft.

00:45:45: Wie gesagt da ist es wort frustrierend einfach nicht ausreichend.

00:45:48: was würdest

00:45:48: du sagen?

00:45:49: Ich

00:45:50: war ein Abgrund gestürzt also emotional existenziell so völlig neu anfangen.

00:45:58: und es gab eine gute sache bei der ganzen geschichte.

00:46:01: ich war noch jung Ich war etwas jünger, als du jetzt.

00:46:04: Und dann kann man die Ärmel hochkrempeln und sagen ... Du hast noch alle Kraft der Welt!

00:46:10: Und machst einfach weiter.

00:46:12: Aber ich hatte damals natürlich auch Sorge, dass der beruflich weiter ging.

00:46:17: Genau das kommt zusammen sozusagen?

00:46:18: Ja

00:46:19: aber ich möchte mir nicht vorstellen, dass Menschen sowas erleben später eben wenn sie fünfzig-sechzig sind.

00:46:27: Ich bin jetzt fünfundsechszig.

00:46:29: Ich hab immer noch so voller Energie.

00:46:33: Also jetzt pleitegehend durch einen menschlichen Umstand ... Das möchte ich mir nicht vorstellen, Mary.

00:46:43: Weil du

00:46:44: kannst mit Mitte sechzig das nicht mehr so aufbauen, dass du sagen kannst okay, ich kann jetzt in Ruhe ... Ich kann mir auch mal was leisten.

00:46:53: Das ist ja nicht mehr echt schwer vor.

00:46:55: Dann kannst du noch mal schießen, aber in dem Fall dich selbst?

00:46:58: Ja!

00:46:58: Ich meine, der Mensch will Leben.

00:46:59: Der Mensch schafft ganz viel...

00:47:01: Natürlich und Geld ist am Schluss dann auch nicht alles.

00:47:03: Wir überlegen schon diesen System aber ich verstehe das es total existenziell.

00:47:07: dann und das war's auch damals.

00:47:08: Und das heißt du hast dir aber quasi in all dem Leid am Abgrund gesagt okay mach weiter einfach einmal hoch und weiter?

00:47:16: Ja

00:47:17: und ich glaube dass die Unbeschwertheit von unbeschwärter kann man da in dieser Zeit natürlich nicht reden weil dann diese Ängste da waren Irgendwie, dieses Naturell in dir ... Du bist noch so jung, dass das irgendwie weitergeht.

00:47:31: Das geht irgendwie weiter!

00:47:32: Du bist nicht tot.

00:47:32: Du hast keine Krankheit, du bist gesund und ... So ging das Leben weiter.

00:47:39: Irgendwann.

00:47:40: Ja, ich versuch das nachzuvollziehen.

00:47:42: Und ich stell's mir eben ganz schwer vor.

00:47:44: Und ja erst mal von allen Illusionen auch befreit.

00:47:48: Dann sitzt du da und hast diesen Doppelverlust?

00:47:52: finanziell, vielleicht sogar das kleinere Übel und dann diesen menschlichen emotionalen Riesenverlust.

00:47:57: Und da wieder aufzustehen oder weiterzulaufen zu sagen der nächste Schritt und noch einer... Das ist schon was ganz großes starkes Mutiges!

00:48:07: Ja ich meine es musste ja weitergehen.

00:48:10: also es

00:48:12: muss irgendwie weiter gehen

00:48:17: Es musste einfach weitergehen und man denkt ja immer, ich wär mutig.

00:48:22: Aber ich bin nur mutig weil ich ängstlich bin.

00:48:25: Es gäbe keinen Mut ohne

00:48:26: Angst.

00:48:26: Genau!

00:48:26: Mut wird erst sichtbar wenn die Ängste da sind.

00:48:28: Genau.

00:48:29: Ach danke.

00:48:30: Endlich mal jemanden

00:48:31: das versteht genau.

00:48:33: Ja es ist so.

00:48:33: Wenn's keine Angst gäbe wäre nichts mutig.

00:48:35: richtig brauchen wir den Gegenspieler.

00:48:40: So wie ich auch.

00:48:40: Du wolltest dich jetzt gerade anfangen zu verabschieden

00:48:43: ne?

00:48:43: Nein, nein, noch gar nicht.

00:48:44: Aber ich habe noch so viele Themen.

00:48:45: Ich muss auf die Tür drücken!

00:48:47: Aber sag mir gerne noch...

00:48:49: Was ich sagen wollte?

00:48:49: Ich hab ja auch zum Beispiel eine Ausbildung zu einem systemischen Coach gemacht nur für meine persönliche Weiterentwicklung.

00:48:56: Ich habe das nie beruflich gemacht.

00:48:57: Schön dass du die Frage einfach so einfach beantwortest hätte mich auch interessiert.

00:49:00: Nur für dich einfach.

00:49:01: Zum Verständnis, zum Lernen.

00:49:04: Und da habe ich schon gelernt, das rebellische Kind weil ich war ein rebellisches Kind Aber das ist das angepasste Kind, weil wenn es das freie Kind wäre ... Das freie Kitt ist frei.

00:49:14: Das ist auch nicht rebellisch.

00:49:15: Aber das angepasste Kind ist das rebellische Kind!

00:49:18: Wir

00:49:18: sind immer im Gegenspieler.

00:49:20: Genau.

00:49:20: Ja.

00:49:21: Das is wunderbar.

00:49:22: Damit sind wir nämlich bei deinem Bühnenprogramm.

00:49:24: Du bist jetzt auf Tour.

00:49:26: Ja, also ich bin jetzt auf Tour seit letztem Jahr im Herbst und das ganze nächste Jahr.

00:49:32: Genau!

00:49:32: Ich hab halt so ein schönes Programm mir zusammengestellt aus den Themen von meinen beiden Büchern die so erfolgreich waren.

00:49:39: Und äh ... ich erzähle einfach oft der Bühne aus meinem Leben und da bin dabei auch sehr offen und sehr... Also die Leute wundern sich immer und sagen mein Gott sie machen sich so nackt.

00:49:53: aber ich finde es ist nur darin für mich einen Sinn, sonst brauche ich nicht auf die Bühne zu gehen und was zu erzählen.

00:50:00: Also versuche ich gerne einfach auch Menschen vielleicht ein bisschen zu inspirieren.

00:50:05: Abseits von Fauspiel wo du eine Rolle spielst geht es hier darum zu zeigen das ist die wahre Varell.

00:50:11: Ja und da zwischendurch singe ich meine Lieder

00:50:14: ja

00:50:14: und das sind sehr schöne Abende wo ich ganz ganz viel positives Feedback bekomme.

00:50:20: Das ist der Formatbruch an dem Abend.

00:50:21: immer Hast du die Lieder?

00:50:24: Die passen eigentlich gar nicht da rein.

00:50:25: Das ist der Format, Bruch in der eigenen

00:50:28: Show!

00:50:30: Also mir hat neulich ein Mann nach dem Programm, der kam noch zu mir und hat gesagt also Frau Varell das war heute Abend einen Massencoaching.

00:50:38: Und dann habe ich so toll gefunden dieses Kompliment

00:50:41: Der Mann der HB Kerkling heißt meinst du?

00:50:43: Nee Der sagt das aber auch?

00:50:45: Ja,

00:50:45: der hat die Keynote in mir gegeben für mein zweites Buch.

00:50:49: Das hätte ich ja so nie formuliert.

00:50:51: Aber er hat gesagt dieses Buch ersetzt ihn den Coach oder so ähnlich.

00:50:54: Das ist das was er gesagt hat.

00:50:56: und warum sagt er das?

00:50:57: Was sieht hapen dir was andere vielleicht noch nicht gesehen haben?

00:51:00: also HP liest meine Bücher immer vorher Und als er dieses Buch gelesen hat da hat er sofort diesen Satz aufgeschrieben zack, weil er das so empfindet.

00:51:10: Weil ich habe ja in meinem zweiten Buch eben auch über meine Coaching-Ausbildung geschrieben, weil es gibt ja darüber Literatur, über gewisse Dinge wie Transaktionsanalyse, wer würde jetzt zu weit für das zu erklären?

00:51:22: Aber das hat mich so gecatcht... Da hab ich mir dann Bücher drüber besorgt, dass es alles so kompliziert geschrieben ist.

00:51:30: Dass sich das in meinem einfachen Wort ... da hab ich das in meinen Büchern aufgeschrieben und da hat HP eben dieses Gefühl gehabt.

00:51:38: Also wenn man das liest, ist man gecoached.

00:51:41: aber weil er eben auch meint, weil ich so offen bin?

00:51:44: Genau!

00:51:45: Das wollte ich grade fragen, weil du selbst dich verletzlich zeigst und dadurch anderen ganz viel Raum gibst zu sagen ach kenne ich auch habe ich auch erlebt und davon lerne ich

00:51:55: Ja, und ich lasse halt alle Gefühle raus.

00:51:57: Und das war am Anfang befremdlich, dass zu veröffentlichen ... weil ja da stehen Sachen drin, die man nur mit engsten Freunden bespricht.

00:52:06: Aber ich hab es nicht bereut, dass ich diesen Schritt gegangen bin.

00:52:09: Weil das merk ich jetzt so, wenn ich auf der Bühne stehe mit meinem Programm, dann bin ich da quasi fast mir selber ein bisschen dankbar, dass Ich das aufgeschrieben habe alles vor Jahren dass ich jetzt dadurch so ein Programm habe, weil ich habe keine Lust mehr auf der Bühne zu stehen und nur Lieder zu singen.

00:52:31: Ich möchte etwas geben.

00:52:33: Ich stelle mir das auch ganz toll vor diesen Mix aus gesprochenem und gesungenem.

00:52:39: Weil Musik ändert dann noch mal die Stimmung oder lässt uns das verarbeiten was wir gerade gehört haben und nochmal anders erleben, das ist toll.

00:52:47: Ja!

00:52:49: Und sag mal, du sagst doch in deinem Programm oder du verrätst einem dort wie man drei Kilo Angstlos wird.

00:52:55: Kannste das in der Essenz und so eine Essenz geben?

00:52:59: Wie werde ich drei Kilos Angstlos?

00:53:00: Das fragen mich

00:53:01: ja viele!

00:53:03: Ich hatte halt... Ich kam beim Schreiben so drauf, wo ich manchmal selber überrascht bin wie man auf sowas kommt.

00:53:09: Plötzlich kam mir die Idee es ist so schade dass es für Angst keine Maßeinheit gibt.

00:53:14: wenn man jetzt jemandem sagen könnte zum Beispiel du ich habe gerade drei kilo angst dann kann sich das gegenüber das vorstellen und sagen ach Gott wow so viel!

00:53:22: Ich hatte mal achthundert Gramm Angst.

00:53:24: aber dass du drei kilo Angst hast ... Dann kann das gegenüber Verstehen nachvollziehen Das ist jetzt grade.

00:53:31: ganz schlimm ist Aber es gibt keine Maß-Einheit.

00:53:34: Wenn die los wird, dafür hab ich jetzt nicht unbedingt ein Rezept.

00:53:37: Aber meinen Sport im Leben ist Angst überwinden.

00:53:40: Weil man hat immer wieder Angst.

00:53:42: Früher hab ich gesagt, ich habe vor nichts Angst ... Das war natürlich eine Schutzbehauptung, weil ich auch wollte, dass ich den Job kriege und die Leute denken, die kann mal nehmen, die kippt nicht.

00:53:51: Ja!

00:53:52: Aber heute kann ich das sagen, weil man weiß was ich kann?

00:53:54: Heute kann ich sagen, ich hab die Hosen voll aber ich kippe nicht um.

00:53:59: Ich krieg's hin.

00:54:00: Ja, das ist schön.

00:54:00: Ich liefer das.

00:54:01: Und das ist ein gutes Gefühl.

00:54:03: Also wie gesagt, ich hab nur den einen Tipp.

00:54:06: Wenn man drei Kilo Angst hat oder achthundert Gramm reinrennen ... Das Katastrophenszenario sich vor Augen zu nehmen?

00:54:14: Das ist übrigens auch eine Coaching-Methode!

00:54:16: Was könnte

00:54:16: passieren?!

00:54:19: Was wäre das Schlimmste, was dir passieren könnte?

00:54:22: Ja, du kannst nicht sterben.

00:54:25: Genau, Dinge bist zum Ende durchdenken und dann sehen wir es gar nicht so schlimm, was passieren könnte.

00:54:30: Ach, schön, dass du das sagst.

00:54:31: Und es ist auch mutig und mir wird ja immer ... Ich steh für Mut auf der Bühne in den Keynotes auch und sage immer, Mut ist handelnd trotz Angst.

00:54:40: Leute denken immer, mut ist schön, mut is hässlich.

00:54:44: Das ist nicht schön!

00:54:45: Mutig sein ist nicht Schön, aber wir müssen's tun,

00:54:47: um weiterzukommen?

00:54:48: Genau.

00:54:49: Überwinden heißt schon, man macht etwas gegen das eigene Naturell.

00:54:54: Genau.

00:54:54: Deswegen gebe ich dir total recht nach der Überwindung Nach dem Mut, dann ist es geil.

00:55:04: Ja aber Mut selbst fühlt sich überhaupt nicht schön an.

00:55:06: Ja das stimmt!

00:55:07: Das ist ne Anstrengung.

00:55:08: Aber man braucht den Gegenspieler wie du schon gesagt hast, Mut Angst.

00:55:10: Mut gibt's nur da wo Angst ist und ich kann mich da gut mit identifizieren bei dir.

00:55:15: Ich hab auch Gott vor wieviel Sachen ich Angst hatte einfach machen und dann wächst das Ganze.

00:55:20: Und du lebst?

00:55:24: Lebig!

00:55:25: Sag mal, was sagst du eigentlich?

00:55:26: Ich kenne ja meine Zielgruppe mittlerweile ziemlich genau hier im Podcast.

00:55:29: Und es sind, oh Überraschung, wahnsinnig viele Frauen und das sind auch eher die zwischen vierzig-und fünfzig.

00:55:35: Was sagst Du nach Fünfzigjährigen, die gerade denkt ihr Zug ist abgefahren?

00:55:40: Das ist nicht stimmt dass ich kann ihr nur sagen Dass sie sich gar nicht vorstellen kann was alles dann noch kommt.

00:55:49: Ja also Ich hab das aber nie gedacht, ich hatte auch nie ein Altersproblem.

00:55:53: Ich habe nicht bei dreißigem Problemen gehabt.

00:55:55: Nicht bei vierzig, nicht bei fünfzig, bei sechszig.

00:55:59: Das klingt jetzt bisschen unsexy ... Aber es war dann auch ganz schnell wieder weg!

00:56:04: Fall da wieder ganz viele tolle Sachen kam?

00:56:06: Ja also man darf das auf keinen Fall denken.

00:56:09: Aber was will man machen?

00:56:10: Man muss jeden Tag Entscheidungen treffen.

00:56:13: Das kann man einer Fünfzigjährigen raten.

00:56:16: Du kannst dich entscheiden dazu dass es dir egal ist.

00:56:20: Es ist eine Entscheidung.

00:56:22: Jeden Tag müssten wir uns entscheiden, aufzustehen aus dem Bett und aus dem Tag was zu machen.

00:56:29: Und das Ganze umdrehen in ein Jahr!

00:56:32: Das kann man auch so schön rundmachen weil wenn wir das haben wir heute gar nicht thematisiert aber das weiß man über dich du wurdest mit Legasthenie diagnostiziert?

00:56:40: oder wurde festgestellt.

00:56:41: Aber er ist mit zwanzig und hier wurde in der Schule immer gesagt, du bist zu blöd oder bist so dumm sogar geistig

00:56:47: zurückgeblieben.

00:56:48: So kann man es auch formulieren genau das was sie gesagt haben.

00:56:50: Man wusste halt damals nicht soweit Legassini?

00:56:52: Nee!

00:56:53: Und das macht ja etwas mit den Menschen.

00:56:55: und dass Du heute mit diesem ganzen Weg, hey du schreibst, du singst

00:56:58: usw.,

00:56:59: diesen Weg so gegangen bist is ja beleg paar Exzellenz für das, was du gerade gesagt hast.

00:57:05: Einfach weitergehen.

00:57:06: Egal, was die Leute dir sagen und was sie dir attestieren wollen, sondern ob dir Geld abhanden kommt oder nicht, weitergehen!

00:57:14: Ja, um was Legationie betrifft, da bin ich jetzt auch sehr engagiert und bin so froh, dass ich da sogar kein Problem damit habe zu sagen... Ich glaube, dass es heute noch wichtig ist darauf aufmerksam zu machen.

00:57:29: Weil viele Eltern und Lehrerinnen das auch immer noch nicht wirklich ... immer erkennen bei Kindern.

00:57:35: Und ich kann mir vorstellen, dass es noch schwieriger wird ... bei den Kindern in den Schulen sind durch Zuwanderung.

00:57:42: Auch da wird es Legastinie und Diskalkulier geben.

00:57:45: Noch zusätzlich zu Sprachbarrieren gegeben?

00:57:47: Genau!

00:57:47: Man muss das halt versuchen, zu erkennen, wenn ein Kind auffällig ist.

00:57:52: Ich hab mir das ja dann selbst diagnostiziert mit Anfang zwanzig.

00:57:55: Ich habe plötzlich von Legastini gehört, und dann ist mir ... Ich kann das gar nicht beschreiben wie das für mich war Als ich ... dann plötzlich wusste, ich bin gar nicht dumm.

00:58:07: Ich bin nicht geistig zurückgeblieben.

00:58:09: Ich habe Legers TD, ich hab etwas!

00:58:12: Und ähm... ich bin deswegen Botschafterin geworden von Stiftung Lesen, weil die auch jetzt sehr darauf aufmerksam machen und bei das auch ein ... eine Anlaufstelle ist.

00:58:25: Das finde ich einfach großartig, dass es so was gibt.

00:58:27: man kann sich informieren

00:58:29: und es braucht aber starke Stimmen wie dich die sagen Ich bin auch ich stehe dazu.

00:58:33: Ich bin Botschafterin und trage das weiter.

00:58:35: Das ist ja das Wichtige

00:58:36: Weil es ist ja keine Krankheit.

00:58:38: Es kann sich im Laufe des Lebens aufheben, bei mir ist das viel besser geworden.

00:58:42: Aber die Angst ist in einem drinnen.

00:58:44: Vorlesen ist immer noch schwierig auch in den sechs Jahren live nach neun.

00:58:49: Die Live-Sendung, die ich morgens im ersten gemacht habe ... Da haben wir ohne Telepompter gearbeitet.

00:58:54: Das war die Voraussetzung für mich.

00:58:56: Weil das würde ich heute nicht so gut können.

00:58:58: Spannend!

00:58:59: Ja... aber es ist alles möglich?

00:59:01: Wir dürfen's wirklich zu sehr glauben und wir müssen weitermachen.

00:59:03: Ich sage, Kellan

00:59:03: und Jugendlichen und Menschen ihr könnt Du kannst alles schaffen.

00:59:07: Ja, genau!

00:59:08: Sag mal und das würde so den Kreis für mich komplett schließen wenn du an die dreizehnjährige zurück denkst von damals die wirklich auch ja diese Dinge über sich ergehen lassen musste und diese Aussagen Wenn dir heute im Publikum sitzen würde bei deiner Show was würdet ihr dir zu rufen?

00:59:25: Wenn ich selber mit dreizehn in meinem Programm...

00:59:29: Was würde die Dreizehnjährige Isabel der heutigen in ihrer Show zurufen?

00:59:35: Danke und gut gemacht.

00:59:37: Ja?

00:59:38: Mhm.

00:59:39: Danke für was?

00:59:42: Dass du da jetzt drüber redest, Aufmerksam machst ... Weil ich mach das auf der Bühne ja auch.

00:59:47: Und ähm ... Äh, ja, so!

00:59:53: Für mich ist grad nicht richtig vorstellbar, was die dreizehnjährige sagen würde.

00:59:57: Also, Dreizehn-Jährige Isabel.

01:00:00: Ja einfach danke, dass man drauf aufmerksam macht.

01:00:03: Man kann alles schaffen.

01:00:04: Hm, schön.

01:00:06: Ja.

01:00:06: Cool,

01:00:06: danke!

01:00:07: Du warst vorhin ganz neugierig auf den Rosa-Koffer und guess what?

01:00:10: Jetzt ist er dran... Der Rosa-Coffer enthält nämlich die Deep Notes Und ja jetzt muss ich dich ins kalte Wasser schubsen.

01:00:17: Jetzt musst du noch mal selber lesen.

01:00:18: Ich kann es dir aber auch vorlesen.

01:00:19: Da sind die Deep notes drin.

01:00:20: Du ziehst drei Stück und das sind immer die Abschlussfragen, die spontan beantwortet werden.

01:00:26: Drei auf einmal ziehen Eins Zwei Also in der gefaltete.

01:00:34: Ja damit niemand spickelt.

01:00:35: Du hast jetzt weggeschaut Die anderen spickeln ja immer weiße.

01:00:37: Wenn du ein Emoji wärst, welches wäre das?

01:00:40: Fitschig.

01:00:44: Also ich wäre ... Es gibt leider kein Gürteltier auf Emojie.

01:00:51: Ich bin ein Gürtteltier.

01:00:53: Das ist so ein Ding mit meiner Freundin Alina, mit der ich live nach neun zusammen gemacht habe als Moderatorin.

01:00:59: Wir haben gesagt wir lieben Gürtheltierungen und gegenseitige Gürhteltier genannt.

01:01:03: Was wäre ich für ein Emosi?

01:01:06: Ich möchte gerne da eines von den Tieren sein.

01:01:09: Da ist ein Bär, der liegt.

01:01:11: Nee oder das ist gar kein Bär!

01:01:15: Das is' ein... ...Bieber Kann ich dir das mal zeigen?

01:01:18: Ah, ich glaub', ich weiß was du meinst.

01:01:20: Jetzt wenn du Biber sagst glaube ich, ja zeig mir das, glaube ich weiß ich was du meintest.

01:01:23: Ja.

01:01:25: Ich dachte gerade erst du meinste Strandliege aber... Das ist hier so eine neue Tierart die Strandliegue.

01:01:31: Biber...

01:01:33: Ne Moment, ich zeige dir das Tier Der Biber ist ein anderes... Ich bin

01:01:37: gespannt.

01:01:37: Wir blenden es auf jeden Fall einen im Podcast, dann seht ihr's auch.

01:01:40: Ähm... Was is das?

01:01:45: Doch!

01:01:45: Das ist doch ein Biber.

01:01:47: Aber

01:01:47: wenn ich Biber als Wort eingebe, kommt was anderes.

01:01:49: Ja

01:01:50: ja aber das isser.

01:01:50: Und das ist doch kein Seelöwe oder...?

01:01:53: Das ist auf jeden Fall ein Tier, was im Wasser auf dem Rücken chillt und das finde ich total cool.

01:01:58: Das ist super süß!

01:01:59: Leute

01:02:00: ihr müsst den Video-Podcast also im Video anschauen.

01:02:02: Eigentlich bin ich

01:02:03: ja hyperaktiv.

01:02:04: eigentlich passt das gar nicht so zu mir.

01:02:06: Naja wo hyper aktiv... Jetzt muss ich dich mit deinen eigenen Waffen Wo Hyperaktivität da ist der Gegenspieler?

01:02:12: Die Ruhe?

01:02:13: Also dass.. Dann nehmen wir mal die nächste

01:02:15: Frage

01:02:18: Was is das größte Geschenk, dass du je bekommen hast?

01:02:21: Ach guck

01:02:23: Wirklich Geschenk oder das Geschenkt des Lebens?

01:02:26: Du entscheidest.

01:02:28: Dann würde ich mal sagen, wenn man das jetzt so ... Gesundheit hab' ich bis jetzt ist das größte Geschenck meines Lebens.

01:02:36: Ich habe noch nie was Schlimmes gehabt.

01:02:37: Toll!

01:02:39: Die Zeit mit meinen Freunden, also die Zeit, die man sich schenkt... Ist das größtige Geschenke eigentlich wirklich?

01:02:47: Dass meine liebsten Freunde sind alle nach Bad Segeberg gekommen zu mir.

01:02:53: Das sind solche Geschenke, das weiß ich so zu schätzen.

01:02:55: Weil ... Ich hab da was gemacht, das kann ich gar nicht erklären!

01:02:58: Wer das nicht gesehen hat, der weiß nicht, was ich da wirklich gemacht habe.

01:03:01: Ja.

01:03:01: Das waren für mich die größten Geschenken als etwas, was man anfassen kann.

01:03:05: Mhm.

01:03:06: Finde ich gut?

01:03:08: So, letzte Frage.

01:03:11: Was ist das schönste Kompliment, dass du je bekommen hast?

01:03:15: Ähm ... ja, dass man mich als wahrhaftig und ehrlich empfindet.

01:03:21: Das ist schön.

01:03:22: Wenn jemand über mich sagen würde Isabelle ist ehrlich, der kann man vertrauen.

01:03:27: Das ist das Wichtigste.

01:03:30: Ich möchte nicht lügen in meinem Leben!

01:03:33: Das finde ich cool.

01:03:34: Ja.

01:03:35: Würde du es auch sofort glauben?

01:03:36: Wahrhaftig sofort ja.

01:03:38: Wahrhaftigkeit ist sexy.

01:03:39: So wichtig hier war ne... Ja, ist es sieher.

01:03:43: Hilfverscheidlich aufhalten zu reduzieren.

01:03:45: Weißt Du, Lügen setzen sich irgendwann auch im Gesicht fest und dann

01:03:48: ... Ja, was sie schwindeln ist ja auch manchmal so eine Bequemlichkeit.

01:03:53: Und das finde ich nicht gut.

01:03:55: Deswegen sage ich auf Freundin ... Wenn du keinen Bock hast, sagt mir, dass du keinen.

01:03:59: Aber sag nicht, ah,

01:04:02: da kommen die Tappe Zira!

01:04:04: Ich

01:04:07: sage, wenn ich finde es so schön, dass du hier warst.

01:04:09: Ich finde das auch ganz toll mit dir!

01:04:11: Ich muss dir ein großes Kompliment machen und ich finde das super mit dir.

01:04:15: Das ist einfach ein tolles Gespräch mit dir, ich hätte gerne noch mehr von dir erfahren aber das wolltest du ja nicht.

01:04:22: Manche versuchen das immer

01:04:23: wieder.

01:04:23: Du musst dann wohl auch mal ein Podcast machen.

01:04:26: Danke für diese Blumen zum Abschied, ich freue mich total.

01:04:31: Und ich freu mich immer allen, die zu uns zugeguckt haben und hoffe, dass du weiter ganz viel Erfolg damit hast mit allem was du so tust.

01:04:37: Vielen Dank!

01:04:38: Und das du auch mal im Fernsehenlandest mit einer Talk-Beschichte...

01:04:42: Das sagt ja schon deine Freundin?

01:04:45: Ja!

01:04:46: Das wünsche ich mir auch.

01:04:47: Ja sowas fehlt eigentlich auch, ne?

01:04:50: Im deutschen Fernsehen.

01:04:51: Ja

01:04:52: jetzt hören sie alle.

01:04:54: Mach doch mal weiter Sohn!

01:04:55: Danke!

01:04:56: Danke dir!

01:04:57: Und danke an alle, die uns zugucken.

01:05:00: Ihr Lieben, das war schon wieder eine Stunde Meryl Deep Talk für euch.

01:05:04: Und ehrlich gesagt muss ich sagen ihr hättet dabei sein sollen und zwar hier auf der Couch und nicht nur per Video denn wenn ihr mal das Strahlen sehen würdet in Isabel's Augen dann siehst du einen Menschen der wahnsinnig viel Leidenschaft hat immer noch so sprudelt vor Energie und diese Begeisterung, gerade für ihr letztes Projekt bei den Karl-Mai Spielen war wirklich zu erleben.

01:05:23: Und zu spüren!

01:05:24: Ich hoffe du hast genauso viel mitgenommen wie ich.

01:05:26: Kernerkenntnis für mich ist Du kannst alles weggenommen bekommen vom Leben inklusive Mensch plus Geld und du machst trotzdem weiter und stehst wieder auf und es ist nie zu spät.

01:05:37: Das muss ich mir über das Bett hängen.

01:05:39: Danke dass ihr dabei wart.

01:05:40: wenn es euch gefallen hat lasst uns ein Abo da dann verpasst du nämlich keine Folge mehr.

01:05:45: Das sind natürlich das Trinkgeld, was wir gerne annehmen.

01:05:49: In diesem Sinne die nächste Folge wartet schon auf euch.

01:05:51: bis dann.

01:05:53: Ciao!

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